Schloss Altenstein, Bad Liebenstein - Schweina
On Tour Step by Step

Werra-Burgen-Steig Etappe 7 & 8

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19. Dezember 2019

Akila und ich stehen dort, wo unsere letzte Wanderung endete. Nach langer, langer Pause wollen wir heute endlich wieder wandern. Deswegen stehen Etappe 7 & 8 des Werra-Burgen-Steig für die nächsten 2 Wochenenden auf dem Programm. Grauer Nebel wabert umher und gibt der ganzen Szenerie ein tristes Aussehen. Statt vieler bunter Blätter sind die Bäume bereits kahl. Der farbenfrohe Herbst ist fast vollständig an uns vorbeigezogen. Wenigstens regnet es nicht. Dafür stehen wir aber mal wieder vor verschlossener Tür. Diesmal jedoch am Hoftor meiner Schwester, die uns heute ein Stück begleiten will.

Werra-Burgen-Steig Etappe 7 & 8
Blick auf Breitungen im herbstlichen Nebel

Etappe 7: Kindheitserinnerungen

Von Breitungen nach Bad Salzungen (28km)

Meine Schwester, ihre 2 franz. Bulldoggen Carlo & Lynn und wir folgen dem Weg hinauf Richtung Basilika. Dieses romanische Bauwerk thront zusammen mit dem Schloss Herrenbreitungen gut sichtbar hoch über dem Dorf Breitungen. Im Zeitraum vom Mai bis Oktober können diese auch besichtigt werden. Der Werra-Burgen-Steig folgt hier dem Breitunger Rennsteig, einen Nebenzweig des Rennsteig. Gemeinsam laufen wir vorbei an Streuobstwiesen hinauf auf den Vogelsberg. Von dem dortigen Aussichtspunkt hat man einen schönen Blick bis hin zur Rhön. Glücklicherweise haben wir mit dem Aufstieg die Nebelschwaden hinter uns gelassen, so dass wir diesen auch genießen können.

Werra-Burgen-Steig Etappe 7 & 8
Aussichtspunkt auf dem Vogelsberg

Unsere Wege trennen sich an dieser Stelle. Meine Schwester kehrt zurück nach Hause während wir weiter gehen. Der Weg führt uns über sanfte Hügel zuerst zum Saarkopf, danach unterhalb der großen Wolfskuppe entlang. Schließlich folgen wir dem Farnbach durch ein Wäldchen nach Bairoda. Dort steht die 1.000-jährige Linde, ein Naturdenkmal. Der Baum hat eine bewegte Geschichte. Ursprünglich wurde sie als Grenzbaum zwischen Kurhessen und dem Herzogtum Sachsen-Meiningen erwählt. Ihr Stamm ist hohl, aber so geräumig, dass man sich darin verstecken kann. Als Kindern wurde uns erzählt ein Blitzschlag sei dafür verantwortlich. Lange Jahre bildete sie zusammen mit dem dazugehörigen Gasthaus das Wahrzeichen des Ortes. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie wir dort meine Schuleinführung feierten! Die Gaststätte „Zur Linde“ ist mittlerweile leider geschlossen, der Baum wächst & gedeiht jedoch nach wie vor.

Ruinen & Schlösser

Werra-Burgen-Steig Etappe 7 & 8

Von der Linde führt der Weg direkt zu einer weiteren Kindheitserinnerung: der Burgruine Bad Liebenstein. In der Kurstadt bin ich zur Schule gegangen. Der regelmäßige Besuch der Ruine aus den verschiedensten Anlässen gehörte daher einfach zum Schulalltag dazu. Deswegen ist es auch gar nicht schlimm, dass Akila und ich die Abzweigung hinauf verpassten. Einerseits würde ich ja der mal wieder mangelnden Beschilderung die Schuld geben. Andererseits sollte man meinen, ich würde mich in den Wäldern dort besser auskennen…

Altensteiner Schloss | Werra-Burgen-Steig
Altensteiner Schloss

Was wir dafür nicht Verfehlten war der Weg zum Schloss Altenstein. Vorbei an der Altensteiner Höhle, wandern wir über schmale Pfade Richtung Schlosspark. Das Gelände wird von einem Zaun sowie schmiedeeisernen Toren vor Wildschäden bewahrt. Viele Schilder erinnern einen daran die Tore wieder sorgsam hinter sich zu verschließen. Es versteht sich von selbst, dass man seinen Hund hier lieber an der Leine führt. Der Park rund um das Schloss ist immer gut besucht. Nicht selten werden hier Hochzeiten gefeiert. Ein verheerendes Feuer ließ das Schloss 1982 bis auf die Außenmauern ausbrennen. Seit 1995 wird es schrittweise aufwändig saniert.

Endspurt im Dunkeln

Werra-Burgen-Steig Etappe 7 & 8

Der Werra-Burgen-Steig führt über uns über die Ritterkapelle hinaus aus Schweina. Es geht in Richtung meines alten Heimatdorfes Barchfeld. Obwohl der Ort an der Werra liegt durchqueren wir ihn nicht sondern laufen nur bis zum Lindchen. Einem weiteren beeindruckenden Baum oberhalb Barchfelds, der mit seiner runden Steinbank zum Verweilen einlädt. Recht zügig führt uns der Weg jetzt über Witzelroda bis zur letzten „Ruine“ dieser Etappe.

Frankenstein | Bad Salzungen

Obwohl der Frankenstein eigentlich keine richtige Ruine ist. Die Kunstruine gehört zu einem Hotel mit Gastronomie und wurde auf einem Burgplatz errichtet. Es beginnt schon zu dämmern als Akila und ich dort entlangkommen. Durch die großen Fenster strahlt uns eine warme, gemütliche Atmosphäre entgegen. Doch unser Tagewerk ist noch nicht getan. Bad Salzungen ist nur noch einen Steinwurf entfernt. Uns bleibt also nicht mehr als ein neidischer Blick auf die gut gefüllten Teller der Gäste bevor wir auf der Rückseite des Gebäudes absteigen. Während sich vor uns schon das Lichtermeer Bad Salzungens erstreckt wird hinter uns der Turm wunderschön illuminiert.

Frankenstein | Bad Salzungen
“Ruine” Frankenstein

Ich krame meine Stirnlampe** aus dem Rucksack. Der Steig führt uns nach einem kurzen Abschnitt in einer Wohnsiedlung praktischerweise über eine Hundewiese Richtung Gradierwerk. Ich erinnere mich wie ich als Kind dort mit weißem Kittel hin & wieder zu Besuch wegen meiner Allergien war. Mit den erleuchteten Solekristallen im Park passt sich das Werk wunderbar in die vorweihnachtliche Stimmung ein. Von hier ist auch schon der Bahnhof zu sehen, der das Ziel unserer heutigen Etappe darstellt.

Bad Salzungen in der Dämmerung
Einbruch der Dunkelheit

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Svenja Paura

Hi! Mein Name ist Svenja. Wenn ich nicht mit Akila durch die Natur streife oder Geocaches suche, verbringe ich meine Zeit mit Klettern, Yoga, lesen oder zocken. Folge unserer Reise, wenn du mehr über uns erfahren möchtest.

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