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On Tour Step by Step

Werra-Burgen-Steig: Die Auftaktetappen 1-3

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11. Juli 2019

Der Bus biegt um die letzte Kurve des kleinen Ortes Fehrenbach während ich unruhig auf meinem Sitz hin & her rutsche. Es ist bereits 11:00 Uhr durch. Etwas spät, um eine 30km Wanderung auf dem Werra-Burgen-Steig zu beginnen, doch leider gab es keine frühere Verbindung. Endlich kommt er mit einem schnaufen zum Stehen. Sobald sich die Türen öffnen schlägt uns die unbarmherzige Sommerhitze entgegen. Doch das ist egal. Die Vorfreude lässt aufgeregte Schmetterlinge in meinem Bauch tanzen, dabei vergesse ich die Wärme. Sofort nachdem Akila & ich den Gehsteig betreten haben, schließen sich zischend die Türen wieder. Der Bus rollt davon während wir unsere ersten Schritte Richtung Werra-Burgen-Steig machen.

Endlich unterwegs!

Es hat lange gedauert. Sehr lange. Zu lange. Bereits im Mai hatte ich über dieses Projekt geschrieben und wollte eigentlich sofort damit starten. Diverse Verbindlichkeiten, sowohl unliebsame Termin wie auch sehr, sehr schöne Ereignisse machten mir leider immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Da kam mir mein Urlaub Ende Juni gerade recht. Unglaublich, aber wahr: durch die Arbeit an diesem Blog hatte ich den irgendwie gar nicht mehr so richtig auf dem Schirm. Oder anders gesagt: in meinem Kopf war die freie Zeit komplett mit „Festival“ geblockt obwohl das erst am letzten Wochenende stattfand. So beschloss ich also relativ spontan gleich einige Tage auf dem Steig zu verbringen, um endlich mal wieder raus zu kommen. Ich besorgte das Kartenmaterial sowie Gaskocher** und Wasserfilter** die meiner bisherigen Ausrüstung noch fehlten. Am Sonntag, den 23.06.2019 war es schließlich soweit: von der Bushaltestelle in Fehrenbach machten wir uns auf Richtung Werraquelle.

zugewachsener weg | werra-burgen-steig
Zugewachsener Zubringer… mit extra vielen Brennesseln

Werra-Burgen-Steig Etappe 1: Ein holpriger Start

Von Fehrenbach nach Eisfeld (24km + 3km Zubringer)

Der Werra-Burgen-Steig beginnt leider nicht wirklich in dem Dorf, sondern direkt bei der Quelle. Diese liegt mitten im Wald und ist über einen ca. 3km langen Zubringer erreichbar. Wir folgten also der Beschilderung zur Werraquelle, welche uns zu einem zugewachsenen Waldpfad führte. Der Wald umfing uns sofort mit seiner angenehmen Kühle, die das tiefgrüne Blätterdach spendete. In Anbetracht der hüfthohen Brennnesseln war ich echt froh über meine Entscheidung zu langen Trekkinghosen**. Bereits hier begrüßte uns die Bieber, ein munter fließender, kleiner Bach den Akila direkt zur Abkühlung nutzte. Ich blieb kurz mit geschlossenen Augen stehen um die Stille, die nur durch das Brummen der Insekten unterbrochen wurde zu genießen. Obwohl direkt hinter uns noch die letzten Häuser standen, schien die Zivilisation hier schon meilenweit entfernt.

Der Pfad führte alsbald zu einem breiten Forstweg, dabei ging es auf beiden stramm bergan. Mehrmals habe ich versucht Akila hier frei laufen zu lassen, aber es kamen uns immer wieder Autos, Wanderer oder Radfahrer entgegen. Deswegen befestigte ich die Leine in voller Länge für den Rest der Etappe auf altbewährte weise am Rucksack.

Ankunft an der Fehrenbacher Hütte

Schon bald stieg mir ein unverwechselbarer Bratwurstduft in die Nase und nach der nächsten Kurve sah ich auch schon die Fehrenbacher Hütte. Mehrere Wanderwege laufen hier zusammen daher war sie an diesem Sonntagmittag gut besucht. Wir ließen den ganzen Trubel links liegen. Ein kurzer Fotostop an der Quelle dann ging es direkt weiter, zum Einkehren war ich zu ungeduldig & hibbelig. Wir waren endlich am Startpunkt des Werra-Burgen-Steig angekommen und ich wollte unbedingt so schnell wie möglich ein paar km hinter mich bringen. Obwohl ich doch gar keinen Zeitdruck hatte…

wegweiser fehrenbacher huette | werra-burgen-steig
An der Fehrenbacher Hütte laufen viel Wanderwege zusammen.

Der Weg führt hier direkt auf einen kleinen Wurzelpfad in den Wald hinein. Der weiche Waldboden federte bei jedem Schritt während um uns herum nichts weiter als das zwitschern der Vögel zu hören war. Man merkte direkt, dass wir hier in Quellgebiet unterwegs waren. Nicht nur gab es überall kleine Rinnsale, sondern auch der moosige Boden war stets feucht. Die angenehme Kühle lässt es einem hier auch im Hochsommer gut aushalten.

Irrungen & Wirrungen

Was mir mehr Probleme bereitete war die teils sehr lückenhafte Beschilderung. Für die 1. Etappe gibt es leider keinerlei Kartenmaterial. Auf der Website des WBS gibt es dafür eine Wegbeschreibung, die ich euch hiermit auf jeden Fall ans Herz legen möchte. Ich hielt mich irgendwann einfach an die Beschilderung des Rennsteiges, da der Trek immer wieder parallel dazu lief. Eine schlechte Entscheidung, wie sich wenig später herausstellte.

Es war auf dem Weg zur 2. Werraquelle als ich wiedermal vor dem Problem stand, an der Kreuzung des Dreistromsteins keine Hinweise zu finden. Weder für die andere Quelle noch für den Werra-Burgen-Steig. Was soll’s dachte ich mir und lief weiter auf dem Rennsteig. Natürlich war es genau diese Kreuzung, an der sich die beiden Wanderwege trennen. War ja klar.

Nach insgesamt 4 km Umweg bin ich mit ordentlich Frust sowie schnellen Schritten wieder richtig unterwegs gewesen. Passend dazu zog sich der bisher sonnige Himmel zu. Akila & ich marschierten mit weiter im Trüben Richtung Blessblick. Währenddessen kreisten in meinem Kopf schon Gedanken darüber, den Telefonjoker zu ziehen. Wie gerne hätte ich mich an der nächst besten Straße mit dem Auto abholen lassen! Trotzdem ging ich mit schmerzenden Beinen weiter tapfer voran.

Die extra km machen sich bemerkbar. Dazu schien die Strecke sowieso länger als angegeben. Akila ließ sich von all dem kaum etwas anmerken. In den Pausen muss ich sie deshalb regelmäßig zur Ruhe zwingen. Sie kann von den vielen Gerüchen gar nicht genug bekommen. Sicherlich würde sie gern den lieben langen Tag dort nur mit Zeitung lesen verbringen!

Orientierungslos auf dem Werra-Burgen-Steig

Beim serpentinenartigen Abstieg vom Bless kommen unschöne Erinnerungen an unseren Österreich Urlaub 2017 hoch. Die Abstiege dort haben meinen Füßen auch schon nicht gefallen. Kurze Zeit später dringt Musik durch den Forst. Eindeutig eine Blaskapelle. Leider nicht ganz mein Geschmack. Schmerzen & Ärger lösen sich trotzdem förmlich in Luft auf während mich die Klänge den Berg hinunterbegleiten. Endlich unten komme ich mir vor wie bei einem Einmarsch. Ich laufe durch einen Torbogen auf einen festlich geschmückten Platz mit Sitzgelegenheiten. Die Kapelle spielte ein letztes Stück, dass uns zum Dorf hinausbegleitet.

Leider geht die Ärgerei mit der Routenführung hier weiter. Die Onlinebeschreibung habe ich ständig zum Nachlesen im Anschlag doch sie ist uneindeutig. Erneut komme ich vom Weg ab. Mithilfe meines Garmin eTrex 30** orientiere ich mich an meinem Zielpunkt in Eisfeld. Letztendlich finde ich eine andere Strecke dorthin. Nach 33 km kommen Akila & ich um kurz nach 8 erschöpft an unserem Auto an. Im Laufe der letzten 2 Stunden ist auch sie zunehmend ruhiger geworden. Ob wir beide morgen wohl Muskelkater haben werden?

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Svenja Paura

Hi! Mein Name ist Svenja. Wenn ich nicht mit Akila durch die Natur streife oder Geocaches suche, verbringe ich meine Zeit mit Klettern, Yoga, lesen oder zocken. Folge unserer Reise, wenn du mehr über uns erfahren möchtest.

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