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Trekking mit Hund – Planung, Vorbereitung & Durchführung Teil I: Die richtige Planung

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12. September 2019

Als ich drauf & dran war unseren ersten richtigen Wanderurlaub zu planen, kam ich mir ganz schön hilflos vor. Es gab so viele Fragen, auf die ich Anfangs keine Antwort wusste. Wie weit kann ich überhaupt mit meinem Hund laufen? Müssen wir irgendwie trainieren? Was nehme ich mit und wie füttere ich Akila unterwegs? Egal ob dein erstes Trekking mit Hund lang oder kurz werden soll. Damit du es bei der Planung leichter hast, habe ich hier meine besten Tipps für dich gesammelt!

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Los geht’s!

1. Das Reiseziel

Trekking mit Hund Teil I: Die richtige Planung

Wer ganz frisch auf dem Gebiet der Langstreckenwanderungen unterwegs ist, wird vermutlich nicht in allzu weite Ferne schweifen. Klassische Einsteigergebiete finden sich wirklich zu Hauf in Europa. Egal ob Deutschland, Großbritannien, Österreich oder sogar Skandinavien. Direkt vor unserer Haustüre gibt es sehr viele Länder die über gut ausgebaute Wegnetze für den angehenden Wanderer verfügen. In den meisten davon sind auch unsere Hunde gern gesehene Gäste. Tatsächlich ist das auch erstmal das wichtigste: gute Wanderwege, einfach zu erreichen & Hundefreudlichkeit. Natürlich haben auch exotischere Reiseziele ihren Reiz. Jedoch bringen diese auch größere Schwierigkeiten mit sich, die eine noch genauere Planung nötig machen. Allein schon das Problem der An- sowie Einreise mit Hund sollte sehr ernst genommen werden. Ich persönlich würde Akila nur für einen „Urlaub“ niemals in ein Flugzeug verfrachten. Oder sie übermäßig vielen Impfungen aussetzten. Solche Länder scheiden für uns also schonmal aus.

Für viele hört sich ein Wanderurlaub in nahen Gefilden erstmal langweilig an. Was gibt es denn hier schon groß zu entdecken, was ich nicht schon kenne?!? So einiges, sage ich dir! Trekking mit Hund eröffnet dir ganz neue – andere – Perspektiven auf deine Umgebung. Auch in Deutschland erreicht ihr Ort, die ihr so sonst nie gesehen hättet. Es muss auch nicht Skandinavien sein, um wirklich mutterseelenallein wandern zu können. Mit ein paar ganz einfachen Tricks geht das auch hier! Konzentrier dich auf kleine, unbekanntere Wanderwege und laufe werktags, außerhalb der Ferienzeiten. Du wirst sehen, kaum jemand wird euch dann begegnen.

Natürlich will ich dir dein Traumreiseziel nicht ausreden. Folgende Fragen solltest du dir aber dazu stellen:

  1. Worauf lege ich Wert (Abgeschiedenheit / Landschaft / Genusswandern / Berge…)?
  2. Welche Einreisebedingungen gelten für meinen Hund (Rasseliste, Impfungen, Nachweise)?
  3. Wie gut ist das Wegnetz ausgebaut / beschildert?

2. Klima & Anreise

Trekking mit Hund Teil I: Die richtige Planung

Hast du dich für ein Reiseland entschieden wirf einen Blick aufs Klima. Du magst ja Sommer, Sonne, Sonnenschein toll finden, aber ist dein Vierbeiner der gleichen Meinung? Der schleppt außerdem noch jede Menge Fell mit sich rum. Du hingegen kannst dich ausziehen. Einen 20 km Marsch bei 40°C durch wasserarmes Gebiet in Spanien solltest du dir lieber 2x überlegen. Das genaue Gegenteil gibt es natürlich auch: Regen- oder Sturmsaison. Dazu kommt: wann WILLST du und wann KANNST du dorthin? Jeder Berufstätige weiß, dass der Chef einem nicht immer dann Urlaub gibt, wenn man möchte. Also entweder beizeiten alle in trockene Tücher bringen oder dir eine Alternative bereithalten.

Das Mittel der Wahl für die Anreise mit Hund ist das Auto. Jedenfalls meiner Meinung nach. Wenn auch weniger umweltfreundlich als öffentliche Verkehrsmittel, bietet es dafür unschlagbare Vorteile. Ihr könnt jederzeit anhalten, um Pausen zu machen. Kein nerviges umsteigen oder verpasste Anschlüsse. Und, seien wir mal ehrlich, im Vergleich zu so manchen Preisen im Fernverkehr auch günstiger. Solltest du das Glück einer kurzen Anreise oder entspannten Verbindungen haben, spricht natürlich nichts dagegen. Plane genug Zeit ein, damit dein Hund sich auch mal erleichtern kann. Bedenke, dass das innerhalb von Bahnhofsgebäuden oft nicht so ohne weiteres möglich ist. Vergiss den Maulkorb nicht und ganz wichtig: nimm Rücksicht auf deine Mitmenschen.

Checkliste:

  1. Was ist die beste Reisezeit (Klima) für dein Ziel?
  2. Fühlt sich auch dein Hund dann wohl?
  3. Kannst du zu der Zeit Urlaub nehmen?
  4. Wie kommst du dorthin (Auto, Zug etc.)?
  5. Informiere dich über Vorschriften zur Mitnahme deines Hundes (Maulkorbpflicht etc.)!
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Gewitterstimmung

3. Die passende Strecke für euch finden

Trekking mit Hund Teil I: Die richtige Planung

Das Maß aller Dinge & zugleich die am schwierigsten zu beantwortende Frage: wie weit kann ich mit meinem Hund laufen? Puh, das hat auch mir das meiste Kopfzerbrechen bereitet! Was habe ich mich über die ungenauen Angaben überall geärgert! Und doch: ich kann dir heute kaum was anderes dazu sagen. Es hilft wirklich nur ausprobieren und langsames herantasten. Unsere Wohlfühldistanz liegt in etwas bei 20 – 25 km. Klar, können wir auch weiter. Meistens wird das wandern dann jedoch unangenehm. Mir ist es am wichtigsten die Landschaft sowie die Ruhe beim Trekking zu genießen. An besonders schönen Plätzen möchten wir auch gerne mal etwas länger verweilen. Die 20 km Distanz ist dazu ideal.

Mit einem untrainierten, mittelgroßen, gesunden & normalproportionierten Hund kannst du in etwa bei 15 km starten. Das entspricht einer reinen Laufzeit von 3 – 4 Stunden. Kleinere, kurzbeinige oder durch Rassestandards eingeschränkte Hunde sollten mit weniger anfangen. Am einfachsten ist es, wenn du euren täglichen Spaziergang allmählich ausweitest. Beobachte danach ab welcher Distanz dein Hund sichtlich müde war. Das gibt dir einen guten Ansatzpunkt. Alle 2 – 3 Tage solltest du auf einen Trek zusätzlich einen Ruhetag einplanen. Außerdem solltest du noch ein Auge auf die äußeren Umstände haben. Trägt dein Hund Gepäck, geht es in die Berge oder wandert ihr in der Sommerhitze? Reduziere deine Tagesetappen dementsprechend!

4. Unterkünfte unterwegs

Trekking mit Hund Teil I: Die richtige Planung

Geht es für euch in Länder mit Jedermannsrecht ist die Lösung einfach: nimm dein Zelt & stelle es irgendwo auf! In Europa ist das wilde campen jedoch nur in sehr wenigen Ländern gestattet. Oder oberhalb der Baumgrenze. Meistens kommst du also nicht um eine Unterkunftssuche herum. Ein Punkt der das spontane Trekking mit Hund etwas schwierig macht. Nicht überall sind unsere tierischen Begleiter gern gesehene Gäste. Auch nicht auf Campingplätzen! Je nach Region kann es also nötig sein, sich frühzeitig um (bezahlbare) Übernachtungsmöglichkeiten zu kümmern. Außerdem bestimmt das Angebot an freien Zimmern natürlich auch ein Stück weit deine Tagesetappen. Du wirst nicht immer in deiner Wunschdistanz Obdach finden. Es ist also nicht verkehrt diesen Punkt vorher wenigstens grob abzuchecken.

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Mittagspause im Schatten

5. Plan dich nicht zu Tode!

Trekking mit Hund Teil I: Die richtige Planung

Bist du so wie ich ein Perfektionist? Dann mag es für dich genauso verlockend sein möglichst alles, bis ins kleinste Detail durchzuplanen. Meistens kommt es dann jedoch ganz anders…

Also mach dich nicht verrück! Du musst nicht alle Ratschläge, die ich dir hier gebe, bis zum Ende befolgen. Es ist gut einen Rahmen zu haben, gerade wenn du so was noch nie gemacht hat. Trotzdem solltest du es auch nicht übertreiben. Hol dir lieber Reiseanregungen! Das ist überhaupt das wichtigste! Je mehr Regionen du kennenlernst desto eher wirst du wissen, welche zu euch passt. Als guten Start, kann ich dir z.B. unsere 1. Wanderung Rund um den Kaiserstuhl empfehlen. Der Trek kann locker in einer Woche bewältigt werden. Perfekt zum Reinschnuppern!

Viel Spaß beim lesen & bis nächste Woche zu Teil 2!

Bis bald,
Svenja & Akila

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Svenja Paura

Hi! Mein Name ist Svenja. Wenn ich nicht mit Akila durch die Natur streife oder Geocaches suche, verbringe ich meine Zeit mit Klettern, Yoga, lesen oder zocken. Folge unserer Reise, wenn du mehr über uns erfahren möchtest.

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