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On Tour

Salzkammergut Rundwanderweg: On Tour in Österreichs Schatzkammer des weißen Goldes Teil 1

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25. Juli 2019

„Abenteuer: eine von der richtigen Seite betrachtete Strapaze.“
Dieses Zitat von Gilbert Keith Chesterton geht mit immer wieder durch den Kopf während ich mühsam einen Schritt nach dem anderen mache. Wir sind auf dem Salzkammergut Rundwanderweg in Oberösterreich unterwegs und ich habe das Gefühl, gleich rückwärts den Berg runterzufallen. Ich lege eine Verschnaufpause ein dabei werde ich von einer ziemlich trägen Akila überholt. Einzig mein Lebensgefährte steigt scheinbar mühelos den steilen Anstieg hinauf und dreht sich immer wieder erwartungsvoll zu uns um. Puh, na das kann ja noch heiter werden! Denke ich mir bevor ich mich weiter durch die schwüle Luft schleppe. Immerhin ist es erst Tag 1 unserer Wanderung, es liegen also noch einige Tage vor mir…

Auf nach Österreich!

Nach unserem Wanderdebüt 2015 im Kaiserstuhl, stand für meinen Partner und mich fest:

Das machen wir öfter!

Aber länger!
…und weiter
…und in den Bergen!

Letzteres war jedenfalls der Wunsch meiner besseren Hälfte. Ein paar Jahre zuvor, war er mitten in Tirol auf einem Festival, dem Alpen Flair, gewesen. Die Kulisse hat ihn so beeindruckt, dass er sich das Ganze mal etwas näher anschauen wollte. Ich hatte da allerdings so meine Bedenken.

berge österreich

Wie die Bergfexen unter euch wissen, setzt Bergwandern so seine ganz eigenen Anforderungen voraus. Abgesehen von Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie einer ordentlichen Portion Kondition, gilt es auch das Wetter im Auge zu behalten. Umschwünge sollten dabei rechtzeitig erkannt werden können. Zu schnelles Aufsteigen ab einer bestimmten Höhe, kann außerdem die Höhenkrankheit verursachen. Wege können ausgesetzt oder unpassierbar sein. Was wiederum das Problem mit sich bringt, dass sie so nicht hundetauglich sind. Die meisten Unfälle am Berg passieren, weil die Menschen nicht ausreichend vorbereitet sind oder sich schlichtweg überschätzen.
Zugegeben: wir hatten nicht vor den Mount Everest zu bezwingen!
Die Unberechenbarkeit der Natur flößt mir trotzdem einen gehörigen Respekt ein.

Um uns die ganze Sache als Anfänger etwas zu erleichtern, verließen wir uns diesmal auf die Fachkenntnisse des Touristikverbandes. Wir entschieden uns für den Salzkammergut Rundwanderweg. Keine ausgesetzten Wege, eine vorgefertigte Tourenplanung (inkl. Übernachtungen/Gepäcktransport) und nicht mehr als 1.300 hm. Heute bin ich geteilter Meinung über diese Entscheidung. Zum einen war die Betreuung Gold wert. Zum anderen hätte ich bei einigen Punkten doch mehr auf mein Bauchgefühl vertrauen sollen.

An einem sonnigen Tag Ende Mai 2017, war es dann also soweit. Nachdem wir am Vortag eine Einweisung samt Unterlagen bekommen hatten, starteten wir vom Hotel Stadt Salzburg in Bad Ischl aus in unser erstes, kleines Bergabenteuer.

Von Höhen & Tiefen

Die veranschlagte 1. Tagesetappe auf dem Salzkammergut Rundwanderweg mit 25km länge sollte uns über den Schwarzensee nach Weißenbach bringen. Bisher waren wir noch nie rein nach Wanderkarte & Wegbeschreibung gelaufen. Während ich alles zu genau nahm, sah mein Partner die Anweisungen eher zu locker. Jedenfalls für meinen Geschmack. Das Resultat? Ein ganzer Haufen an Umwegen sowie Kehrtwenden wegen verpasster oder falscher Abzweigungen… Am Ende des Tages machte sich das mit sage & schreibe 8 km mehr bemerkbar.

Doch am schlimmsten war für mich der Abstieg, der partout kein Ende nehmen wollte. Immer weiter und weiter ging es hinab. Vor jeder Kurve die Hoffnung und Freude es jetzt – vielleicht – bald geschafft zu haben! Nur für die bittere Enttäuschung, dass dem nicht so war sobald wir klarsehen konnten. Später am Nachmittag saß uns zu allem Übel auch noch das im Genick wovor ich mich in den Bergen am meisten gefürchtet habe – ein Gewitter.

Im letzten Augenblick schafften wir es in die Hotelhalle, danach brach draußen die Hölle los.

Am nächsten Morgen fühlte ich mich, als hätte mich eine Dampfwalze überrollt. Auch bei Akila’s Zustand traf mich die Ernüchterung. Am Abend vorher war sie schon so kaputt gewesen, dass sie sogar im Liegen gefressen hat. Nun humpelte sie.
In meinem Kopf rasten die Gedanken:
– Was nun? – Ist das was Ernstes? – Die Tour abbrechen? – Ist der Urlaub jetzt gelaufen? ;o) –
Akila’s Pfoten waren in Ordnung, sie reagierte beim abtasten nicht schmerzempfindlich. Also beobachteten wir. Notfalls würden wir abbrechen.

Der Bus, mit einem wirklich netten und gut informierten Busfahrer, brachte uns bis zum Eingang der Burggrabenklamm. Der Startpunkt unserer heutigen Etappe. Der weiche Waldboden wirkte bei Akila Wunder. Im Vergleich zu dem harten Asphalt und Beton, sprang sie hier wie ein junges Reh über Stock & Stein. Leichtfüßig wie eh und je. Als wäre nie was gewesen.

Salzkammergut Rundwanderweg: abenteuerliche Höhepunkte

Durch den abwechslungsreichen Aufstieg waren die Strapazen & Sorgen schnell vergessen. Immer höher ging es hinauf während wir links von uns in eine tiefe Schlucht hinabblicken konnten. Ein Gebirgsbach hat sie in den Felsen geschnitten, am Grund konnte man viele Steinmännchen Türme erkennen. Trotzdem entschieden wir uns nachmittags die Tagesetappe mit dem Bus abzukürzen.

steinmännchen

Nach einem Tag Pause, bei dem wir nur St. Wolfgang samt Überfahrt auf dem Wolfgangsees erkundeten, kam der Höhepunkt der Tour.
Wir wollten auf 1.275 Hm einen Pass auf dem Bärenkogel queeren. Bei Dauernieselregen schulterten wir mit den denkbar schlechtesten Voraussetzungen unsere Rucksäcke. Doch manchmal trügt eben der Schein.

Ab diesem Abschnitt der Tour hatte ich das Gefühl, dass wir – oder vielmehr Akila und ich – endlich unseren Rhythmus gefunden hatten. Wir kamen jetzt in gewohntem Tempo voran, obwohl der Weg immer abenteuerlicher wurde. Nach einiger Zeit führte uns nur noch ein ca. 30cm breiter Trampelpfad im Zick-Zack Richtung Gipfel. Mit nichts neben uns als steil abfallendem Gelände. Glücklicherweise regnete es nicht mehr.

Zur Mittagszeit hatten wir bereits ein schönes Plätzchen auf dem Gipfel gefunden. In stummer Ehrfurcht schauten wir den Wolken zu, wie sie sich um die massiven Felswände schmiegten und sich wasserfallartig über die Grate ergossen.

„Der Weg [beim Abstieg ist] kaum erkennbar und sehr steil“ – so stand es in unserer Wegbeschreibung des Salzkammergut Rundwanderweges. Wir schielten über den Grat. Dort waren jede Menge Bäume doch bestimmt kein Weg zu erkennen…

Ob & wie wir heil unten angekommen sind, kannst du nächsten Donnerstag hier nachlesen! Dann geht es weiter mit Teil 2 unseres Reiseberichts!

Bis blad,
Svenja & Akila

Dieser Beitrag enthält unbezahlte & ungefragte Werbung.

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Svenja Paura

Hi! Mein Name ist Svenja. Wenn ich nicht mit Akila durch die Natur streife oder Geocaches suche, verbringe ich meine Zeit mit Klettern, Yoga, lesen oder zocken. Folge unserer Reise, wenn du mehr über uns erfahren möchtest.

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