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Salzkammergut Rundwanderweg: On Tour in Österreichs Schatzkammer des weißen Goldes Teil 2

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1. August 2019

Wir schielten über den Grat des Bärenkogels auf dem Salzkammergut Rundwanderweg in Österreich. Dort waren jede Menge Bäume doch bestimmt kein Weg zu erkennen… An einigen der Nadelbäume ließen sich verblasste Markierungen entdecken. Sollte das unser Einstieg für den Abstieg sein?!? Die Orientierung an diesem Waldhang ist mir bis heute besonders abenteuerlich im Gedächtnis geblieben. Endlich konnten Akila & ich uns als eingespieltes Team beweisen. Wir kamen nämlich wesentlich besser den Berg hinunter, als das bei Herrchen der Fall war. Dieser tat sich sichtlich schwer den schmalen Wurzelpfad nach unten zu folgen. Wir hangelten uns von einem Baum zum anderen, immer auf der Suche nach dem nächsten Symbol.

Von Abkürzungen, Zecken & verregneten Ruhetagen

Unten angekommen öffnete sich der Weg in ein riesiges ausgetrocknetes Flussbett, dem wir gut gelaunt folgten. Dabei staunten wir mehr als einmal über die großartige Kulisse, die sich uns bot. Wie beeindruckend musste es sein, wenn hier das Wasser nach der Schneeschmelze hinunterschoss? Wir erspähten sogar unseren mittags Rastplatz.

Der neue Tag brachte uns den Sonnenschein zurück. Die mit 32,5 km längste Etappe auf dem Salzkammergut Rundwanderweg in Österreich stand uns bevor. Passenderweise folgte der Trek nun dem Soleweg, welcher uns die Geschichte des weißen Goldes näherbrachte. Lediglich der Zubringer stellte sich uns mit ein paar Höhenmetern entgegen. Danach verlief der Abschnitt schattig auf gleichbleibender Höhe. Das tiefblaue Wasser des Hallstättersee glitzerte uns dabei besonders oft entgegen. Das einzige Problem waren heute die Zecken. Besser gesagt, die Zeckeninvasion, die Akila heimsuchte. Der negative Höhepunkt war, als wir trotz Zeckenschutz bestimmt 100 der Biester von Akila absammeln mussten. Die kleinen Blutsauger waren gerade dabei an ihrem linken Vorderbein hochzuklettern als wir es bemerkten. So was hatte ich noch nie erlebt!

hallstaetter see | oesterreich
Der Hallstätter See

Praktischerweise waren wir gerade auf Höhe eines Abstiegs nach Hallstatt. Wir verließen den Salzkammergut Rundwanderweg, weil Akila alle 10 m wieder aufs Neue befallen war. Außerdem hatte ich abermals schwer mit meinem Muskelkater zu kämpfen. Den restlichen Tag verbrachten wir damit das Städtchen zu erkunden oder besser gesagt: Wir kämpften uns durch Busladungen von Touristen. Die kleinen Gässchen quollen quasi über von Menschen, so dass wir letztendlich von einem Hafencafé aus dem Treiben zuschauten. Eine ausgesprochen freundliche Dame der Touristeninformation suchte für uns Bus & Bahnverbindungen zu unserem nächsten Quartier raus. Dort erwartete uns ein besonders herzlicher Empfang. Für die nächsten 2 Tage hatten wir sogar eine kleine Ferienwohnung zur Verfügung! Auch das Timing unseres 2. Ruhetages war perfekt: während es draußen in Strömen regnete, lagen wir gemütlich auf der Couch vorm Fernseher.

Die Sache mit den Kühen…

Kühe…ich mag sie nicht. Ich meine, wir kommen vom Dorf, wir kennen Kühe. Fein säuberlich hinter Weidezäunen eingesperrte Kühe. Aber so komplett freilaufend?!? Das war & ist immer noch etwas, dass mir tatsächlich Angst macht. So ohne Hund wäre es wahrscheinlich weniger ein Problem, doch immer, wenn wir auf eine Herde trafen breitete sich ein mulmiges Gefühl bei mir aus. Akila interessiert sich nicht für die Tiere, sie bellt sie nicht an und selbstverständlich nehmen wir sie an die Leine. Trotzdem, man kann nie wissen wie die Rindviecher das sehen oder wann sie sich bedroht fühlen. Das bereitete mir den ganzen Urlaub über ein gewisses Unbehagen. In der Regel hatten wir Glück sie weiträumig umgehen zu können. Tja, bis zum letzten Tag an der letzten Alm.

Sie waren einfach überall: auf den Wegen, direkt an der Alm, an den Ferienhäusern. Kühe wohin man auch schaute! Natürlich waren da auch Kälber dabei, sonst wäre das ja zu einfach gewesen. Umgehen konnten wir die Herde nicht, also hieß es Augen zu und durch. Scheinbar waren wir aber die Einzigen, die sich so anstellten. Der Rest der Almbesucher schlenderte vergnügt an den Tieren vorbei. Einige sogar mit Hunden, dabei sahen wir sogar jemanden der seinen Vierbeiner freilaufen ließ. Mir wurde ganz schlecht bei dem Anblick! Wir nahmen Akila zwischen uns, die Leine kurz und ließen das Treiben schnellen Schrittes hinter uns.

Salzkammergut Rundwanderweg: Endspurt & Verlängerung

Der Rest des Tages verlief unspektakulär. Wir kehrten bei der Tourismusinfo ein, um uns brav zurück zu melden. Die Nacht verbrachten wir im selben Hotel wie zu Beginn unserer Reise. Ein letzter Tapetenwechsel stand am nächsten Morgen an. Wir hatten uns noch für ein paar weitere Tage in einer hundefreundlichen Ferienwohnung eingemietet. Diese Zeit nutzten wir, um z.B. den Dachstein zu erkunden. Allerdings ganz bequem per Seilbahn. Das Glück war uns gleich zweifach hold: es gab nur einige Besucher & es hatte kurz vorher nochmal geschneit. Das erste Mal in meinem Leben, dass ich bei 30°C im T-Shirt im Schnee stand! Auch Akila war davon begeistert, denn sie liebt Schnee genau wie ich!

Fazit Salzkammergut Rundwanderweg / Österreich

Wenn ich an den Urlaub zurückdenke, dann mit einem gewissen „Wohlweh“ wie es meine Yoga-Lehrerin wohl bezeichnen würde. Einerseits waren da die Strapazen, mir hat ständig alles weh getan. Ich habe mich regelmäßig gefühlt, als wäre ich noch nie in meinem Leben wandern gewesen! Ich bin froh auf mein Bauchgefühl gehört und nur eine einfache Tour gewählt zu haben.
Außerdem war ich permanent in Sorge, dass es auch für Akila zu anspruchsvoll werden könnte. Andererseits war das diese spektakuläre Landschaft, es gab so viel Schönes zu entdecken dazu noch die unglaublich (hunde-) freundlichen Menschen…

Egal wo wir hinkamen während des Salzkammergut Rundwanderweges Akila war der Star. Alle Menschen, die uns begegneten sprachen uns auf sie an oder versorgten sie sofort mit Wasser & Leckerlies. Akila muss sich vorgekommen sein wie im Hundehimmel! Generell hatten wir das Gefühl in Österreich waren die Leute einfach…entspannter.

Würde ich also wieder hinfahren?

Insgesamt war es trotz allem ein sehr schöner Urlaub. Dabei habe ich auch sehr viel gelernt, also:
Ja, ich würde wieder in die Berge fahren aber mit ein paar Bedingungen.

  1. Mehr Kondition für Akila & mich
    Zu der Zeit als wir den Salzkammergut Rundwanderweg in Österreich gewandert sind, waren wir ziemlich im Stress. Daheim war gerade der Umbau in vollem Gange, daher kamen wir so gut wie gar nicht raus. Dazu raubte uns das Ganze viele, viele Nerven. Wir waren einfach nicht fit genug, das bekamen wir zu spüren.
  2. Mehr Ruhetage & kürzere Strecken
    Akila ist mittlerweile 12 Jahre. Ich merke immer wieder, dass sie so viele intensive Wandertage hintereinander nicht mehr so gut wegsteckt. Klar bauen wir unsere Kondition jetzt wieder mehr auf trotzdem ist sie nicht mehr die Jüngste. Ich möchte Akila einfach nicht überfordern, deswegen habe ich mir vorgenommen bei Routenvorschlägen kritischer zu sein. Erscheinen mir die Strecken zu lang, versuche ich sie zu teilen oder mehr Pausentage einzuplanen.

Besonders gilt das für die ersten paar Tage auf Tour. Ich bin sowieso eher der Typ, der es ruhig angehen lässt. Lieber langsam & mit Spaß vorankommen, statt sich nur zu quälen! Auch wenn ein bisschen Quälerei zu jeder Wandertour dazugehört… ;o)

Wie ist es bei dir? Welche guten & schlechten Erfahrungen hast du schon auf Tour gemacht? Was hast du daraus gelernt? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Bis blad,
Svenja & Akila

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Svenja Paura

Hi! Mein Name ist Svenja. Wenn ich nicht mit Akila durch die Natur streife oder Geocaches suche, verbringe ich meine Zeit mit Klettern, Yoga, lesen oder zocken. Folge unserer Reise, wenn du mehr über uns erfahren möchtest.

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