Border Collie beim Agility | Hundesport
Getting started

Probier’s mal mit… Agility

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16. Januar 2020

Zu beginn eines neuen Jahres nehmen sich viele Menschen vor mehr Sport zu machen. Sei es um einfach fitter zu werden oder um die Speckröllchen von Weihnachten weg zu bekommen. Doch was ist mit deinem Hund? Wie wäre es, wenn ihr dieses Jahr gemeinsam etwas Neues anfangen würdet? Es gibt nämlich kaum eine bessere Möglichkeit deinen Vierbeiner für die kommende Saison fit zu machen als mit Hundesport! Nicht nur stärk er euren Zusammenhalt, sondern er trägt auch zu Bello’s körperlicher Auslastung bei. Ganz zu schweigen davon, dass du bei manchen Sportarten auch selbst ganz schön ins Schwitzen kommst! Deshalb möchte ich dir heute eine Sportart näherbringen, die Akila & ich selbst einige Jahre ausgeübt haben. Getting started: Probier’s doch mal mit Agility!

Wissenswertes zu Agility

Dieser Hundesport kam ursprünglich aus England. Während eines Springturniers im Jahre 1978 wurde es dem Publikum als Showeinlage vorgeführt. Da ganze kam beim Publikum so gut an, dass sich schnell ein reger Wettbewerb bildete. Seit den 80er Jahren wird Agility (engl. Wendigkeit, Flinkheit) auch in Deutschland ausgeübt.

Im Wesentlichen geht es darum, mit deinem Hund einen Parcours in einer festgelegten Reihenfolge zu bewältigen. Der Parcours besteht aus mehreren verschiedenen Hindernissen vom Tunnel über Sprünge bis hin zur Wippe. Du läufst dabei als Hundeführer die ganze Zeit mit deinem Hund mit und dirigierst ihn sowohl mithilfe von Kommandos als auch mit Körpersprache. Dein Vierbeiner läuft dabei frei, also ohne Leine oder Halsband.

Prädestiniert sind dabei natürlich alle Hunde, die besonders wendig oder schnell sind. Der Border Collie ist wohl das typische Paradebeispiel. Obwohl nicht alle Vertreter dieser Rasse dafür gemacht sind. Viele (auch andere Hütehunde) pushen sich dabei derart hoch, dass es in puren Stress ausartet. Es ist daher ungemein wichtig immer ein wachsames Auge auf deinen Vierbeiner zu haben.

Voraussetzungen

Sprunghinderniss Agility
Für Agility muss dein Hund fit sein!

Um Agility uneingeschränkt ausüben zu können darf dein Hund natürlich keinerlei Krankheiten oder gar Verletzungen haben. Die Hauptvoraussetzungen sind freie Atemwege sowie ein gesunder Bewegungsapparat. Wenn du dir nicht sicher bist, lasst ihn vom Tierarzt deines Vertrauens durchchecken. Außerdem darf sich dein Liebling nicht mehr im Wachstum befinden. Das ideale Alter, um mit Agility zu beginnen ist ca. 1,5 – 2 Jahre. Eine Obergrenze gibt es nicht, wenn der Parcours den Fähigkeiten entsprechend angepasst wird. Bello kann den Sport ausüben solange er Spaß dran hat, gesund und fit ist.

Natürlich kann man auch Welpen bereits langsam (!) an den Hundesport ranführen. Viele erwachsene Hunde fürchten sich oft vor Wippe, Tunnel oder Steg, wenn sie diese noch nie kennengelernt haben. Es schadet also nicht, wenn du ihn bereits in diesem Alter vorsichtig über diese Geräte führst. Einzig Sprünge sollten vermieden werden. Wenige, kurze Übungseinheiten im Schritttempo (!) schaden aber nicht. Bei manchen Elementen, wie z.B. dem Slalom kann man eigentlich gar nicht früh genug anfangen. Der Slalom gilt gemeinhin als das schwerste zu erlernende Hindernis im Agility. Bevor sich dein Hund im Affenzahn geschmeidig durch die Stangen schlängelt bedarf es vieler – sehr vieler – Übungseinheiten in Zeitlupe.

Überhaupt geht es beim Agility in erster Linie gar nicht rein um Geschwindigkeit. Viel eher steht die korrekte Überwindung eins Hindernisses im Vordergrund. Denn nur diese gewährleistet eine risikoarme, bedenkenlose Ausübung des Sports. Erst wenn das sitzt wird Geschwindigkeit aufgebaut. Im professionellen Bereich kostet jeder Fehler Punkte und damit am Ende Zeit!

Was bringt Agility?

Hund beim Agility
Spielzeug für die richtige Motivation darf auf keinen Fall fehlen!

Vor allem jede Menge Spaß!!! Obwohl dem Agility ein gewisser Unterordnungsfaktor (Gehorsam, Disziplin) zu Grunde liegt, mutet es doch eher wie ein Spiel an. Durch die flotten Bewegungen, die verschiedenen Elemente und nicht zuletzt das gemeinsame Laufen kommt ein spielerischer Charakter zustande, an dem die meisten Hunde sofort Gefallen finden. Was wiederum sowohl Teamgeist als auch Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt. Aufgrund des stark körperbetonten Führens wird die Konzentrationsfähigkeit geschult. Einer muss auf den kleinsten Fingerzeig des anderen achten, um die Hindernisse erfolgreich zu bewältigen.

Agility trainiert die Muskeln der Vorder- & Hinterläufe sowie Kondition, Trittsicherheit und Wendigkeit. Das gemeinsame Meistern von, für deinen Hund vielleicht schwierigen Hindernissen, schafft außerdem Vertrauen. Spätestens jetzt sollte dir klar sein, warum dir Agility-Training auch beim Trekking nutzen kann.

Für Akila & mich war Hundesport damals der Schlüssel zum erfolgreichen miteinander. Als Border Collie – Beagle – Münsterländer Mischling war sie nicht gerade als Anfängerhund geeignet. Sture Unterordnungsstunden oder Übungen fand sie total doof. Agility vereinte genau die richtige Mischung zwischen geistiger & körperlicher Auslastung, Spiel & Gehorsam. Hier arbeitete sie bereitwillig mit. Es war der Knackpunkt, der unseren Alltag endlich entspannter machte. Ganze 4 Jahre haben wir den Sport zum Spaß betrieben. Danach wechselten wir zu einer anderen Hundeschule sowie Sportart.

Daheim oder Verein?

Agility Tunnel | Hundesport
Just for Fun kann auch mal ein Tunnel als Sprunghindernis herhalten

Um Agility daheim ausüben zu können braucht es vor allem eines: Platz. Geräte wie Wippe, Steg oder A-Wand nehmen sehr viel davon ein. Schließlich müssen sie ja auch stabil verarbeitet sein, um das Verletzungsrisiko gering zu halten. Über Slalom, Tunnel und vielleicht ein paar Hürden kommt der private Parcours daher meist nicht hinaus. Immerhin lassen sich diese noch relativ platzsparend lagern. Falls du trotzdem Agility mit deinem Hund zu Hause trainieren willst, musst du folgendes beachten:

  • Warm-up ca. 15 Min.
    • Vor der Belastung ca. 10 Min. aktives Spazierengehen (Schritt, Trab, Galopp)
    • Deinen Hund mehrmals Slalom durch deine Beine laufen lassen, das erwärmt die seitliche Muskulatur.
    • Kräftiges durchwuscheln & abrubbeln des Fells regt die allgemeine Durchblutung an.
    • Weitere Aufwärmübungen findest du z.B. hier
  • Training
    • Die Trainingszeit variiert ja nach Alter, Auslastung und der Anzahl der Hunde zwischen 10 und 40 Min.!
    • Intensität langsam steigern
    • Beginne mit einfachen, niedrigen Sprüngen
    • Führe deinen Hund langsam über alle Geräte, lege wert auf die korrekte Ausführung
    • Baue den Parcours langsam auf, immer ein Element nach dem anderen
    • Trainiere neue Geräte separat
    • Steigere die Geschwindigkeit nur, wenn du deinen Hund jederzeit gut kontrollieren kannst
    • Hör auf, wenn es am schönsten ist! Immer mit einem Erfolgserlebnis abschließen!
    • Sei geduldig!!!
  • Cool down ca. 15 Min.
    • Spule dein Aufwärmprogramm rückwärts ab.

Warm-up & Cool down sorgen dafür das die Muskulatur gut durchblutet wird. Der Körper wird auf die Belastung vorbereitet, außerdem senken sie das Verletzungsrisiko. Jeder der Agility zuhause trainieren möchte sollte sich gründlich in das Thema einlesen**. Des Weiteren solltest du gemeinsam mit deinem Hund wenigstens einmal einen Kurs bei einem professionellen Trainer besucht haben.

Im Verein…

Die sowohl einfachste als auch sicherste Methode diesen Hundesport zu trainieren ist in einer Hundeschule. Du brauchst dir weder Gedanken über die Geräte noch den Trainingsplan zu machen. Ein guter Trainer wird darauf achten, dass du deinen Hund sicher durch den Parcours führst. Dazu erlernt ihr so die richtige Herangehensweise an die Geräte. Außerdem kann eine außenstehende Person euer Team viel besser auf Fehler hinweisen. Dafür musst du gar keine Turnierambitionen haben. Die meisten Hundeschulen bieten auch so genannte „Just for Fun“-Gruppen an.

Stehst du schon in den Startlöchern?

Na, wie sieht’s aus? Hast du ein wenig Lust auf Agility bekommen? Ich hoffe, ich konnte dir diesen Hundesport ein wenig näherbringen. Uns hat es auf jeden Fall immer großen Spaß gemacht! Ich würde liebend gern mal wieder mit Akila durch einen Parcours flitzen. Wegen ihrer Blindheit können wir das jedoch leider nicht mehr…

Im nächsten Teil der „Getting startet“-Reihe geht’s dann übrigens um das Thema Gesundheitscheck!

Bis bald,
Svenja & Akila

Border Collie auf Reifen Hindernis
Vielen Dank an Susi für die Fotos!

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Svenja Paura

Hi! Mein Name ist Svenja. Wenn ich nicht mit Akila durch die Natur streife oder Geocaches suche, verbringe ich meine Zeit mit Klettern, Yoga, lesen oder zocken. Folge unserer Reise, wenn du mehr über uns erfahren möchtest.

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