Hund mit Packtaschen, Rückenansicht
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Packtaschen Training: Wie du deinen Hund an einen Rucksack gewöhnst

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20. Juni 2019

Es gibt nichts Schöneres als gemeinsam mit deinem Hund unterwegs zu sein! Wenn da nicht das Gepäck wäre… Wie wir im letzten Blogpost bereits festgestellt haben, braucht auch dein Hauswolf unterwegs ein paar Kleinigkeiten. Und wer schleppt das in der Regel? Du natürlich! Es sei denn, du gewöhnst deinen Hund an ein paar Packtaschen. Damit kann er einen Teil seiner Ausrüstung selbst tragen. Besonders auf langen Touren ist das ein unschätzbarer Vorteil, denn jedes Gramm weniger im eigenen Rucksack entlastet ungemein. Doch bevor es losgehen kann, ist erstmal Training angesagt!

Urlaub mit Hund in Österreich
Wandern mit Packtaschen will gelernt sein…

Gesundheitliche Voraussetzungen

Als aller erstes, noch bevor du irgendein Geschirr bestellst, prüfst du ob dein Hund Packtaschen überhaupt tragen darf.
Es sind bei weitem nicht alle Rassen dafür geeignet. Hunde deren Schwachstelle der Rücken ist, die unter Erkrankungen des Knochen-/Bewegungsapparates leiden sowie solche, die schlichtweg zu klein sind scheiden aus.

Packtaschen werden bei Hunden aller Größen im Alltag gerne zu Trainingszwecken genutzt. Besonders aufgedrehten, unruhigen Zeitgenossen soll damit eine Aufgabe gegeben werden, die sie auslastet. Auch bei kleinen Rassen kommen sie daher zum Einsatz. Dagegen ist auch gar nix einzuwenden. Im Gegenteil! Es ist eine wirklich sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit. Ob du deinen Jack-Russel-Terrier auf einer mehrtägigen Bergtour jedoch wirklich noch ein Zusatzgewicht aufbrummen willst, solltest du dir gut überlegen. Die kurzen Beinchen deines treuen Begleiters haben in dem Fall nämlich schon genug zu überwinden.

Kurzum: Deine Fellnase muss gesund, robust & fit sein.
Solltest du dir unsicher sein, lass sie gründlich vom Tierarzt/-heilpraktiker/-physiotherapeuten deines Vertrauens durchchecken.

Die richtigen Packtaschen für euch finden…

…geht am einfachsten in einem Fachgeschäft.
Es gibt sie mittlerweile nicht nur in Hundefachgeschäften, sondern auch bei Outdoor Ausstattern für Menschen zu kaufen. Das A & O ist dabei ein gutsitzendes Geschirr.

Hast du schon mal einen Trekking-Rucksack für dich gekauft?

Währenddessen hast du bestimmt gemerkt, dass nicht jeder Rucksack gleich gut gesessen hat. Sowohl Menschen als auch Hunde haben alle ihre individuellen Körperformen, auf die die Ausrüstung abgestimmt werden muss.

Geschirre für Packtaschen haben für den perfekten Sitz i.d.R. mehrere Bauchriemen und laufen vor der Brust Y-förmig zusammen. Das sorgt zudem für eine optimale Gewichtsverteilung. Achte darauf, dass sich die Taschen separat vom Geschirr lösen lassen. Andernfalls muss es bei jeder Pause komplett ausgezogen werden. Am Ende nervt das nur! Hochwertige Artikel haben zudem sauber verarbeitete Nähte & Riemen, damit sich dein Sofawolf nicht wund scheuert. Die Schnallen sollten einen stabilen Eindruck machen, da sie oft gelöst werden.

Lass deinen Hund die Packtaschen auf jeden Fall im Laden anprobieren. Lauft ein wenig zusammen herum, dabei beobachtest du ob es verrutscht oder schief hängt. Beides führt zu einer einseitigen Belastung sowie einem schiefen Gang. Frage nach und lass dir zeigen, wie man alles richtig einstellt.

Bestellst du online, gehst du Zuhause genauso vor. Solange ihr die Wohnung nicht verlasst, haben die meisten Hersteller nichts dagegen, wenn die Artikel ausprobiert werden (Hundehaare wieder entfernen!).

Ich kann es nur noch mal betonen: Es handelt sich hier um ein wichtiges Ausrüstungsstück! Die Qualität des Produktes muss das ausschlaggebende Kriterium sein, nicht der Preis.

Wie du deinen Hund in 6 einfachen Schritten an Packtaschen gewöhnst

  1. Geschirr anlegen üben (ca. 1 Woche)

    Bevor ihr überhaupt das erste Mal damit spazieren geht, macht ihr ein paar Trockenübungen.
    – Geschirr auf den Boden legen & beschnüffeln lassen
    – Jede Interaktion belohnen
    – An- & ablegen üben
    – Es ist wichtig, dass dein Hund sein Geschirr mag & es gerne trägt! Je besser ihr diesen Schritt beherzigt, desto leichter wird der alltägliche Umgang damit.
    – Wenn deine Fellnase freudig angelaufen kommt sobald sie das Geschirr erblickt, lässt du es auch während der Spaziergänge dran. liegender Hund mit Geschirr

  2. Üben mit leeren Packtaschen (ca. 1 – 2 Wochen)

    Das Geschirr bietet die Basis, auf der ihr jetzt aufbaut. Hat dein Hund sich dran gewöhnt, legst du jetzt die Taschen an.
    – Erst zeigen & beschnüffeln lassen (Belohnen!)
    – Einfaches Überwerfen könnte unheimlich für ihn sein
    – Vorsichtig für einige Sekunden überlegen
    – Zeit weiter ausbauen
    – Bleibt dein Hund ruhig, auf Spaziergängen üben

  3. Packtaschen ausstopfen (ca. 1 Woche)

    So ein vollgepackter Hunderucksack trägt ganz schön auf. Dein Bello muss erst lernen, dass er damit nicht mehr durch jede schmale Öffnung passt. Auch der Kurvenradius wird größer. Stopfe die Packtaschen daher mit Zeitungspapier, Luftpolsterfolie oder anderen leichten Füllstoffen aus, damit er sich an die neuen Proportionen gewöhnen kann.

  4. Gewichtstraining

    Wenn alles soweit gut läuft beginnst du jetzt die Packtaschen zu beschweren. Bei Akila (20 kg) habe ich mit 200 g (100 g pro Seite) angefangen. Am Besten eignet sich Wasser. Dieses lässt sich leicht abmessen, ist weich und kann nicht schlecht werden. Hast du das Gefühl, dein Hund kommt gut mit dem Gewicht aus, kannst du pro Woche um 1-2% des Körpergewichtes erhöhen. Solange bis ihr euer Zielgewicht erreicht habt.Akila mit beladenen Packtaschen

  5. lange Strecken richtig trainieren

    Sobald du das Training mit Gewicht startest, kann dein Hund beginnen den Rucksack auch bei Wanderungen zu tragen. Anfangs natürlich leer, danach 50% des aktuellen Trainingspensums. Steigere sowohl die Intensität als auch die Länge der Touren langsam. Mach dabei ausreichend Pausen und beobachte dein Tier genau. Sei jederzeit bereit, ihm den Rucksack abzunehmen sollte es zu anstrengend werden!

  6. Bitte beachten!

    Bei JEDEM Trainingsschritt gilt: Dein Hund sollte pro Woche 2-3 freie Tage haben. An diesen soll er sich zu Regenerationszwecken ohne jegliches Training/Belastung frei bewegen können. Gewicht wird auf beiden Seiten immer gleichmäßig befüllt / entnommen! Natürlich müssen die Trainingsschritte individuell an euren Team angepasst werden. Die einen werden länger brauchen, die anderen schneller sein.

Wichtiges zu Schluss

Theoretisch ist ein Hund in der Lage 25% seines Körpergewichtes zu tragen. Theoretisch!!! Auch du als Mensch kannst das, doch nur die wenigsten (Langstrecken-) Wanderer nutzen das aus. Der Grund ist ganz einfach: es ist viel zu anstrengend! Außerdem macht ein Marsch mit 30 kg Rucksack keinem Menschen Spaß.

Genauso ergeht es deinem Hund. Für Trainingszwecke ist es gut hin & wieder mit maximal Gewicht zu arbeiten. Auf Tour sollte das Gepäck tatsächlich so gering wie möglich ausfallen. Ich würde Akila mit nicht mehr als 2 kg (10%) belasten. Traditionell lässt man seinen Hund seine eigene Verpflegung tragen. Das hat zudem den Vorteil, dass die Belastung durch Verbrauch von Tag zu Tag geringer wird. Außerdem kann so kein wichtiges Ausrüstungsteil verloren gehen.

Unsere Packtaschen** der Wahl sind, genau wie unsere Outdoor-Futternäpfe**, von Ruffwear. Nicht nur die Qualität ist super sondern es sitzt bei Akila auch einfach perfekt. Die Packtaschen sind durch Schnallen jederzeit abnehmbar, mit dazu gehören außerdem 2 faltbare 1 L Wasserbehälter.

Welche Erfahrungen hast du mit Packtaschen gemacht? Habe ich im Beitrag etwas vergessen?
Dann schreib mir einen Kommentar dazu!

Bis bald,
Svenja & Akila

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Svenja Paura

Hi! Mein Name ist Svenja. Wenn ich nicht mit Akila durch die Natur streife oder Geocaches suche, verbringe ich meine Zeit mit Klettern, Yoga, lesen oder zocken. Folge unserer Reise, wenn du mehr über uns erfahren möchtest.

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