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3 + 3 nützliche Kommandos, die dein Hund auf Tour beherrschen sollte

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27. Juni 2019

Oft haben wir das Gefühl unsere Hunde verstehen uns auch ohne Worte. Je mehr gemeinsame Zeit wir verbringen desto besser wird auch unsere Bindung zueinander. Besonders intensiv merkt man das auf Tour. Die Kommunikation läuft mit jedem Kilometer stillschweigender, harmonischer ab. Doch so ganz ohne Worte geht es dann eben doch nicht. Hiermit meine ich vor allem solche, die deinem Hund sagen, wie er sich in bestimmten Situationen verhalten soll. Kurz gesagt: Kommandos.

Dabei möchte ich in 3 essenzielle sowie 3 zusätzliche unterscheiden. Erstere bilden die Basis, jeder Hund sollte sie beherrschen, denn sie gehörten einfach zum guten Ton. Zweitere zielen darauf ab euch das Leben auf Tour vereinfachen. Dafür sind sie auch schwerer zu lernen.

Die Basic Kommandos: Sitz, Platz, Hier (Komm)

Du magst jetzt lachen, dass ich hier wirklich mit dem Urschleim anfange! Doch du glaubst gar nicht bei wie vielen Hunde-Menschen-Teams diese 3 einfachen Kommandos NICHT funktionieren. Besonders das Dritte. Meistens zum Leidwesen des Umfeldes.

Ich gebe zu, bei uns klappt das abrufen auch nicht immer reibungslos. Manchmal hat Hund auch einfach einen schlechten Tag. Wenn ich das merke, umgehe ich jedoch möglichst alle schwierigen Situationen oder trainier wieder mehr. Im Notfall bleibt Akila dann auch einfach mal an der Leine. Bei manchen Hundehaltern hat man hingegen das Gefühl, denen ist völlig schnuppe was ihr Hund im Freilauf tut.

Dabei hilft dir das Abruf-Kommando deinen Vierbeiner vor Gefahren zu schützen. Seien es Abhänge, befahrene Straßen, entgegenkommende Hunde, Wild oder Weidetiere! Selbst wenn dein Hund nichts tut, du weißt nie wie es beim Gegenüber aussieht.

Mein Hund kommt aber einfach nicht…!

Akila hat besonders in jungen Jahren auch oft gemacht was sie wollte. Gehört hat sie nur, wenn sie Bock hatte. Ich habe so gut wie alles ausprobiert: Schleppleinen-Training, Hundeschule, Leckerlis, Fangen spielen, mit Spielzeug belohnen, klickern, ignorieren, mich verstecken und sogar totstellen! Es hat sie meistens herzlich wenig interessiert. Alles hatte immer nur eine vorübergehende Wirkung. Das abgerufen werden bedeutete für sie immer Zwang, weil sie nicht das machen konnte, was sie gerade interessant fand. Das Kommando war einfach zu negativ besetzt und genau das war unser Knackpunkt. Letztlich habe ich einfach ein neues eingeführt. Eigentlich eher ein Klick-Laut. Den Klicker fand sie nämlich schon immer toll, also habe ich auf Anregung meiner Schwester den Klang einfach mal imitiert… Seitdem läuft es wirklich gut bei uns.

Rückruf | Kommandos
Es hat lange gedauert, bis Akila so freudig angelaufen kam… und es klappt nicht immer so gut.

Deshalb: die Ausrede mein Hund kommt einfach nicht, gilt nicht. Du hast nur noch nicht den richtigen Weg gefunden. Viele der Kommandos, die du hier findest, lassen sich super abwandeln, um das lästige abrufen zu umgehen! Sei also einfach ein wenig kreativ!

Dabei können dir sogar Sitz & Platz helfen. Trainierst du beide Kommandos auf Distanz, kannst du deinen Hund einfach abholen, statt ihn rufen zu müssen. Es soll sogar welche geben, die sich aus vollem Lauf (z. B. Verfolgungsjagd) auf den Boden werfen…. Das ist dann schon hohe Schule (kann Akila auch nicht ;-)).

Zum anderen ist es natürlich ungemein nützlich, wenn dein Hund sicher an Ort & Stelle bleibt, ohne unaufgefordert aufzustehen. Denn nicht immer gibt es die Möglichkeit ihn festzubinden.

Sollten alle Stricke reißen ist es immer noch das Beste deinen Hund an der Leine zu behalten, um ihn & andere nicht zu gefährden.

Sitz | Kommandos
Das ist doch dieses „Sitz“, oder?!?

3 Zusatz Kommandos für einen entspannten Tour Alltag

Das erste Zusatzkommando, welches ich dir vorstellen möchte, ist „Stopp“.

Sehr praktisch, um deinen vierbeinigen Begleiter im Laufen oder Rennen anhalten zu lassen sowie eine weitere Möglichkeit das Abrufen zu umgehen. Dein Hund soll möglichst ruhig an einer Stelle stehen bleiben und darauf warten, was er als nächstes tun soll. Das Training dazu lässt sich leicht in euren Alltag integrieren. Am besten beginnst du, während Bello angeleint ist. Jedes Mal bevor ihr stehen bleibt, um z.B. eine Straße zu überqueren, gibst du das Kommando und belohnst deinen Hund. Je besser das funktioniert desto öfter kannst du es auch im Freilauf probieren. Danach steigerst du einfach immer weiter sowohl die Entfernung als auch die Ablenkung.

Wie weit du beim Üben mit „Stopp“ gehst ist ganz dir überlassen. Auch wenn dein Hund nur an der Leine stehen bleibt, ist das schon ein riesiger Gewinn! In Österreich musste ich mit Akila einen recht steilen Abstieg bewältigen. Ich hatte sie dazu angeleint, weil ich Angst hatte sie rutscht ab und purzelt bis ins Tal. Natürlich ist sie aber auf ihren 4 Pfoten viel schneller unterwegs als ich. Mit „Stopp“, „Weiter“ & „Langsam“ dirigierte ich Akila vor mir her und wir kamen beide sicher unten an. Ohne stolpern, ohne ziehen einfach ganz entspannt.

Das bringt mich auch gleich zu Kommando 2 meiner Zusatzliste: „Langsam“.

Der Effekt? Bello bewegt sich um einiges langsamer als sonst, dadurch lassen sich seine Bewegungen besser abschätzen. Wie oben beschrieben hilft euch das bei schwierigen Passagen. Alternativ kannst du es auch benutzen, um deinen Hund abzubremsen.

Links, rechts, geradeaus?

Du merkst es sicher schon, Bewegungskommandos haben es mir angetan. Das liegt daran, dass ich sie wirklich äußerst nützlich finde! Ich mag es total, wenn ich Akila nicht bei jeder Kleinigkeit anleinen oder rufen muss, sondern sie aus der Ferne steuern kann. Sie sieht das genauso, glaube ich. Je länger wir zusammen unterwegs sind desto mehr stellt Akila sich darauf ein. Sie fängt an bei Wegkreuzungen stehen zu bleiben, schaut sich nach mir um und wartet auf ein Zeichen in welche Richtung es weitergeht.

Hund im Feld | Kommandos
Kommst du endlich???

Deswegen ist das letzte meiner Zusatz Kommandos eher ein Sammelsurium an Richtungsangaben. Wir haben diese auch nie speziell trainiert, sondern eher intuitiv gelernt. Irgendwann habe ich einfach angefangen „Nach links!“ oder „Nach rechts!“ zu rufen & zu zeigen, wenn Akila in den falschen Abzweig gelaufen ist. Und irgendwann hat sie dann angefangen stehen zu bleiben und abzuwarten.

Obwohl, so ganz stimmt das nicht. Eine Weile haben wir zusammen Longier-Sport betrieben. Dabei verwendet man für Kehrwenden auch diese Kommandos. Sicherlich hat das nochmal zur Festigung beigetragen.

Und jetzt kommst du!

Das war’s auch schon mit meinen Lieblingskommandos.
Wie sieht es bei dir aus? Welche Kommandos findest du besonders nützlich?
Ich freue mich, wenn du mir davon in den Kommentaren erzählst!

Wenn du wissen möchtest, welche Ausrüstung dein Hund unterwegs braucht, schau dir mal diesen Blogpost an:

Trekking Ausrüstung für deinen Hund – Was wirklich zählt!

Bis bald,
Svenja & Akila

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2 Comments
  1. Antworten

    Steffi

    2. Juli 2019

    Liebe Sve!Ich würde gern Dein „totstellen“ mal live erleben! *smile*
    Der Beitrag ist sehr nützlich finde ich!Wir hatten gestern erst die Situation das unsre Lynn aus Panik losgerannt ist Richtung Straße.

    Ich liebe das Stop-Signal!!Bei uns heisst Stop anhalten und hinsetzen.Mit Carlo läuft das richtig richtig gut und wenn ich 2-3 Hunde ausführe und was Unerwartetes passiert habe ich zumindest einen Hund schon mal in Sicherheit!Er hat gelernt zu warten bis ich in wieder „freigebe“(auch ein wichtiges Thema was erwähnenswert ist).Also sammle ich in der Zeit den oder die andren Hunde ein während Carlo im Sitz wartet:)

    • Antworten

      Svenja

      2. Juli 2019

      Hallo Steffi!
      Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass du das „totstellen“ gerne sehen möchtest! Doch nix da, du willst ja nur wieder was zum lachen haben ;o)
      Die gute Lynn wird wohl noch eine Weile brauchen bis das mit den Kommandos so richtig klappt aber das wird schon noch! Wie gut, wenn du dich in so einer Situation auf deinen Carli-Streber verlassen kannst :-*
      Das Aufheben von Kommandos finde ich auch sehr wichtig, evtl. widme ich dem irgendwann nochmal einen extra Beitrag. Andererseits muss ich sagen, dass ich gar nicht mehr so einen riesen Wert darauf lege, dass Akila alle Kommandos 1000%ig korrekt ausführt. Durch die fortschreitende Blindheit kommt sie jetzt meistens zu mir gelaufen egal was ich zu ihr sage… Hat auch seine Vorteile.

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Svenja Paura

Hi! Mein Name ist Svenja. Wenn ich nicht mit Akila durch die Natur streife oder Geocaches suche, verbringe ich meine Zeit mit Klettern, Yoga, lesen oder zocken. Folge unserer Reise, wenn du mehr über uns erfahren möchtest.

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